Das Wohnungslosennachtcafe - gefördert von der Stadt Dresden

Was Ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt Ihr mir getan. Math. 25 / 40

Die Nachtcafes der Dresdener Kirchen sollten vom 01.11.2020 bis zum 31.03.2021 von abends 19:00 bis früh 07:00 Uhr, in der nunmehr 25. Saison,  an folgenden Orten geöffnet sein. Doch Corona hat mächtig dazwischen gefunkt..

Montag: Ev. Dreikönigskirche, An der DKKirche 12, Tel: 8985130  Neustadt

Dienstag: Ev.Gemeinde, H. Seidel Str. 3, Tel: 2515332  Laubegast

Mittwoch: kein Angebot, Corona bedingt

Donnerstag: Ev. Gemeinde, Grundstr. 36, Tel: 2150050  Loschwitz

Freitag: Ev. Zionsgemeinde, Bayreuther Straße 28, Tel: 4717060  Plauen

Samstag: Ev. Meth. Gemeinde, Hühndorfer Str. 22, Tel.: 4207325  Cotta

Sonntag: Ev. Zionsgemeinde, Plauen - Corona bedingt nicht in Strehlen

Vorschau auf die Saison 2020 / 2021

Corona contra Nachtcafe

Leider wird es in dieser Saison kein Wohnungslosen- Nachtcafe in unserer Gemeinde geben. Diese Entscheidung ist uns mit Blick auf die Probleme und Schicksale unserer Gäste sehr schwer gefallen. Wir sind traurig, daß wir die uns auf Grund der Coronaregeln auferlegten objektiven Bedingungungen leider nicht erfüllen können.    

Dazu zählen zum Beispiel:

-        Der Zugang mit 1,5m Breite ist zu schmal

-        Die Belüftung der Räume durch die ebenerdigen Fenster, die in der kalten Jahreszeit nicht ständig geöffnet bleiben können, ist nicht ausreichend. Außerdem müssen sie auch aus Sicherheitsgründen verschlossen bleiben

-        Die Hygienevorschriften und gebotenen Mindestabstände von generell 1,5m  erlauben uns nur maximal 7 Gäste einzulassen. Trotzdem würden aber ca.6 ehrenamtliche Betreuer, verteilt auf3 Schichten, benötigt

-        Die Sanitärräume dürfen nur einzeln betreten werden und müssen nach jeder Benutzung gereinigt und desinfiziert werden

-        Die Hygienevorschriften bei der Essenausgabe sind sehr hoch. Die Essenausgeber benötigen z.B. einen Gesundheitspass

-        Essenspenden in der bisherigen Form sind nicht mehr erlaubt. Alles was ausgegeben wird muß einzeln und hygienisch verpackt sein

-        Die benötigte Anzahl von Helfern kann nicht gewährleistet werden weil der größte Teil unserer Helfer zum besonders gefährdeten Personenkreis (über 65 Jahre) gehört. Auch aus diesem Grund habe ich schon mehrere Absagen bekommen. Wir sind nicht nur für die Gesundheit der Wohnungslosen sondern auch für die der Helfer verantwortlich

-        Ausführliche Belehrungen aller ehrenamtlichen Helfer über die NC – Coronaschutzmaßnahmen sind vor Beginn der Saison nicht mehr möglich. In der letzten Saison haben sich 52 Ehrenamtliche aus verschiedenen kath., ev. Pfarreien und dem Wohngebiet beteiligt

-        Wir müssen die Rahmenbedingungen unseres Bistums genauso erfüllen wie das vom Gesundheitsamt und der Diakonie erstellte Hygienekonzept für die NC Saison 2020/21

Nach mehrmaligen Beratungen und Durchspielen unterschiedlicher Lösungskonzepte können wir – und das tut uns wirklich sehr leid – unsere Türen in der neuen Saison nicht für die Wohnungslosen unserer Stadt öffnen. Zum Glück gibt es in Dresden für die diese Menschen genügend Anlaufstellen.

In unserer ev. Nachbarpfarrei in Laubegast kann unter Beachtung aller Vorschriften das NC durchgeführt werden. Alle, die auch weiterhin den Wohnungslosen helfen möchten, können und sollten sich an den NC - Einsätzen in Laubegast beteiligen.

Michael Laske

NC-Koordinator

 ALLES VERLOREN

Der Heinz von der Domplatte - war ein Leben lang Elektromonteur

Firma pleite, Frau weggelaufen - alles lief quer.

Nichts mehr zu retten, Finanzamt am Hals,

keinen Pfennig in der Tasche

Nicht aufgepasst, ausgerastet - heute hängt er an der Flasche.

 

Alles verloren - keine Wohnung - keine Arbeit - kein Geld.

Sie nennen sich "Berber" - verachtet vom Rest der Welt.

Dabei liegt das Schicksal nicht immer in den eigenen Händen.

ganz schön fertig - heißt noch lange nicht am Ende!

 

Katharina die "Krumme" - mit ihren 45 Jahren,

keine Zähne im Mund und fettige, strähnige Haare.

Haushalt gemacht, Kinder groß gezogen, Kindergeschrei,

niemals ein Dank, ein Tritt in den Hintern und alles vorbei.

 

Alles verloren - keine Wohnung - keine Arbeit - kein Geld.

Sie nennen sich "Berber" - verachtet vom Rest der Welt.

Dabei liegt das Schicksal nicht immer in den eigenen Händen.

ganz schön fertig - heißt noch lange nicht am Ende!

 

Immer noch Hoffnung - mit dem Rücken zur Wand,

ein bißchen Respekt - vielleicht eine helfende Hand.

Menschen sind Menschen, egal, was sie sind oder haben.

 

Alles verloren - keine Wohnung - keine Arbeit - kein Geld.

Sie nennen sich "Berber" - verachtet vom Rest der Welt.

Dabei liegt das Schicksal nicht immer in den eigenen Händen.

ganz schön fertig - heißt noch lange nicht am Ende!

 

Text: Roger / Angelika

Im Original:

Dä Hein vun dr Domplaat - wor e Levve lang Elektromontör, ...

----------------------------------

Aktualisiert: 09.10.2020

M. Laske